Lost Places, verlassene Orte in Thüringen entdecken

Lost Places – Verlassene Orte mit ihren Geheimnissen und spannenden Geschichten in Thüringen und Mitteldeutschland.

Es sind oft kleine Details, die etwas über die Vergangenheit verraten. Das Spannende der Entdeckungsreisen ist das Lüften dieser Geheimnisse. Mitunter begegnet man überraschenderweise Wesen, die an einigen verlassenen Orten ein neues Zuhauses gefunden haben.

Lost Places .. Verlassene Orte – sie halten oft Überraschungen parat

Lost Places .. Verlassene Orte – sie halten oft Überraschungen parat

Auch im kommenden Jahr wird es mehrere Entdeckungs – Touren zu verlassenen Orten geben, die natürlich betrachtet und mit der Kamera festgehalten werden.

Die Ergebnisse stellen wir im Herbst 2021 in zwei Foto-Kalendern vor.

Im Juli gab es eine Entdeckungstour nach Bad Blankenburg um das dortige Sanatorium Schwarzeck zu erkunden.

Sanatorium Schwarzeck, Bad Blankenburg

Das Objekt, geschichtliche Infos:

Das ehemalige Sanatorium Schwarzeck befindet sich auf einem 50.943 qm großen Grundstück. Das älteste Gebäude des Gebäudekomplexes ist die sogenannte Turmvilla, welche im Jahre 1886/1887 auf Grund von Wasserschäden durch einen Neubau ersetzt wurde. Zuerst wurde das Gebäude als Land- und Forstwirtschaftliche Anstalt Schwarzeck genutzt. Herr Hauptmann Lambrecht errichtete im Jahre 1872 die Turmvilla und seine Frau Berta gründete eine Klenganstalt. In der Klenganstalt sammelte und trocknete man Nadel- und Holzfrüchte sowie Blüten, welche beim Aufspringen einen besonderen Klang ergaben. 1893 verkaufte Frau Lambrecht das Gebäude an Carl Hohenberg zum Pries von 75.000 Mark. Dieser gründete eine Kur- und Wasserheilanstalt, welche er “Bad-Schwarzeck” nannte. 1898 verkaufte er das Gebäude an Johannes Gudegast, welcher mit Herrn Hader zusammenarbeitete. Ab 1900 war “Bad-Schwarzeck” kurzzeitig im Besitz von Gustav Prüfer, welcher zugleich Besitzer des Chrysoprases war.

Sanatorium Schwarzeck, Bad Blankenburg Das Objekt, geschichtliche Infos

Sanatorium Schwarzeck, Bad Blankenburg Das Objekt, geschichtliche Infos

Im Jahr 1901 pachtete Sanitätsrat Dr. Karl Leonhard Paul Wiedeburg, welcher mit seiner Familie aus Elgersburg nach Blankenburg zog, das Gebäude und errichtete gemeinsam mit Dr. Karl Schulze das “Thüringer Waldsanatorium Schwarzeck”. Unter deren Leitung wurde das Gebäude rasant vergrößert. Architekt der Anbauten, welche zum größten Teil im Jahre 1911 entstanden, war der deutsche Baumeister Ernst Rossius-Rhyn. Bis 1925 baute Rosies das Schwarzeck bis in die heute noch erhaltene Grundsubstanz aus.
Felix Lorenz beschreibt in seinem Buch “Ernst Rossius-Rhyn. Ein deutscher Baumeister”, das Gebäude als “köstliche Erfrischung” in dem “architektonisch … arg verhungerten Thüringen”. Besonders durch den blau-weißen Anstrich und die Fensterläden des Eckgebäudes mit dem Turm, fiel das Gebäude schon von Weitem auf. Beim Bau wurde in allen Teilen, sowie den Wirtschaftsgebäuden und den Ställen, besonderer Wert auf besondere architektonische und bauliche Details gelegt. Außerdem nahm Rossius besondere Rücksicht auf die Naturumgebung.

Lost Places, Verlassene Orte Erkundung und Geschichte

1903 kaufte Wiedeburg das Gebäude und führte das Sanatorium “Schwarzeck” weiter. Zunächst arbeitete er mit Dr. Karl Schulze zusammen, von welchem er sich jedoch im Jahre 1905 trennte. Dr. Schulze eröffnete darauf das “Sanatorium Am Goldberg”. Bis zum Tod Wiedeburg’s im Jahre 1935, war dieser alleiniger Leiter des erfolgreichen Sanatoriums.

Lost Places, Verlassene Orte
Erkundung und Geschichte

Lost Places, Verlassene Orte Erkundung und Geschichte

* “Meistens handelt es sich um Bauwerke aus der jüngeren Geschichte, die entweder noch nicht historisch aufgearbeitet (bzw. erfasst) worden sind oder aufgrund ihrer geringen Bedeutung kein allgemeines Interesse finden und daher nicht als besonders erwähnenswert gelten.

Der Ausdruck Lost Place wird zwar häufig gleichbedeutend mit Ruinen aus der Industriegeschichte oder nicht mehr genutzten militärischen Anlagen (vgl. Militärgeschichte) gebraucht, die eigentliche Bezeichnung gilt aber für jedweden Ort, der im Kontext seiner ursprünglichen Nutzung in Vergessenheit geraten ist. Insbesondere zählen dazu Orte, die nicht bewusst als Industriedenkmäler für die Nachwelt erhalten und dadurch einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

Beispiel eines Lost Places: Kloster Marienberg in Boppard

Die Faszination dieser Orte, die „nicht als Spektakel entworfen wurden“, wie Guy Debord es ausdrückt,[2] liegt aber genau in dieser Ursprünglichkeit und der fehlenden (touristischen) Erschließung, die dem Besucher die Möglichkeit bietet, selbst auf „Entdeckungsreise“ zu gehen und dabei Geschichte individuell und hautnah erleben zu können. Auf der anderen Seite birgt diese Eigenart der Plätze auch manchmal unterschätzte Gefahren. Des Weiteren ist das Betreten solcher Orte selten rechtlich eindeutig geregelt, weshalb Besucher von Lost Places auch zuweilen lieber anonym agieren.”

(* auszugsweise aus dem Artikel Lost Place // Wikipedia _>)

Lost Places, Verlassene Orte Erkundung und Geschichte

Wer von Euch Lust hat, mit uns gemeinsam auf Entdeckungstour zu gehen und verlassene Orte zu erkunden, wir sind jeden 2. Monat auf spannender Fototour.

Infos zum geschichtlichen Hintergrund, Sanatorium Schwarzeck, Schwarzeck-Freunde-Bad Blankenburg

Fotografiken Jenafotografx.de

Alle Termine findet Ihr im Eventkalender auf unserer Seite.

Klang der Stolpersteine Jena – gegen das Vergessen

Gedenken

Jenaer Künstler bringen 39 Orte zum Klingen.

Jena im November 2020

Am Montagabend, 09.11.2020 gedachten Jenaerinnen und Jenaer an 39 unterschiedlichen Orten in der Stadt der Vertreibung, Deportation und Ermordung jüdischer Menschen vor mehr als 80 Jahren. Das Projekt Klang der Stolpersteine erinnert gemeinsam mit Künstlern und 40 Kleinkonzerten an jenen Orten, an denen sich Stolpersteine in Jena befinden.

Klang der Stolpersteine, Jena
Klang der Stolpersteine, Jena
Klang der Stolpersteine, Jena
Klang der Stolpersteine, Jena
Klang der Stolpersteine, Jena
Klang der Stolpersteine, Jena

Rabbiner Alexander Nachama und Jenas OB Thomas Nitzsche legten am Westbahnhof einen Kranz an der Gedenktafel nieder. Wegen der Corona-Regeln waren nur 300 Besucher und Gäste zugelassen.

Klang der Stolpersteine, Jena
Klang der Stolpersteine, Jena

Stolpersteine

01. Saalstraße 4/5 – Different Pieces – Folk
02. Zwätzengasse 14 – SoLaLa – A Capella Chor
03. Johannisplatz 16 – Eigensinng – A Capella Chor
04. Lutherstraße 9 – Die tiefen Blechbläser Der Jenaer Philharmonie – Von Bach bis Blues
05. Lassallestraße 6 – Josa – Folkblues
06. Ebertstraße 4 – Bucket List Project – Akustische Songs
07. Schaefferstraße 14 – Jazz For Fun – Pop/Rock/Jazz-Chor der MKS Jena
08. Weinbergstraße 4a – Kristina Heinzle und Uwe Kapell – Folk aus Europa, Balkan, Klezmer
09. Botzstraße 10 – black feet white voices – Gospel
10. Hufelandweg 1 – Ensemble 9/8 – A-Capella-Musik aus mehreren Jahrhunderten
11. Mälzerstraße 11 – Sängerinnen und Sänger Des Chores an der Jenaer Stadtkirche St. Michael – Chormusik
12. Brauhofstraße 5 – Lovely In Lavender – Singer-Songwriter, Folk, Pop
13. Mittelstraße 36 – Dirk Wasmund Trio – world jazz
14. Scheidlerstraße 3 – Semmi one man band – Songs mit dt. und engl. Texten
15. Scheidlerstraße 19 – Duo Krainhöfner/Aehnlich – Eigenkompositionen
16. Forstweg 23/25 – Männerstimmen des Knabenchores der Jenaer Philharmonie – Geistliche Männerchöre
17. Forstweg 31 – Mitglieder des Blasorchesters Schott Jena – Von Barock bis Moderne
18. Grietgasse 25/26 – Cantoj – Lieder aus Ost und West
19. Fr.-Engels-Straße 52 – High5Brass – Trompetenensemble, Renaissance bis Jazz
20. Klara-Griefahn-Straße 14 – Niemöllerchor – Klassische Chormusik
21. Unterm Markt 4 -Noir Comme Poix – Folk, Songwriter

Klang der Stolpersteine, Jena 2020

Weitere Standorte

22. Geschw.-Scholl-Denkmal – Posaunenchor Jena – Bläsermusik
23. Gedenktáfel Camsdorfer Brücke – MKS Brass – Bläsermusik
24. Denkmal Heinrichsberg – Blechhaufen – Bläsermusik
25. Wagon am Kassa – The Hot Club – Gypsy-Swing
26. Kirchplatz – Octavians – A Capella Ensemble
27. Marktplatz – Gemeindechor des Lutherhauses – Choräle und Jiddische Lieder
28. Stufen am Eichplatz – Carpe Noctem – String Metal
und Projektgruppe „Jüd. Leben“ der 12.Klasse der Lobdeburgschule
29. Bibliotheksweg – Brassensemble des Blasmusikvereins Carl Zeiss Jena – Laternenumzug im Damenviertel
30. Stele Löbstedter Straße Klasse 8a des CGJ Geschichts-Musik-Projekt
31. Holzmarkt – Circus MoMoLo und Freie Bühne Jena
32. Gedenktafel Schillerstraße 4 – Herbert König – Lieder
33. Gedenktafel Rathausarkaden – Saitensekte – Gypsy auf Thüringisch
34. Forstweg 1 – Airtramp – Straßenmusik mit Gitarren und Geige
35. Philosophenweg 3 – Otto-Schott-Chor – Chormusik der Klassischen Moderne
36. Spielplatz Schlippenstraße – Flöten-Quer – Gedenken an Mordopfer des Todesmarsches am 11.4.1945
37. Gries – Schüler der Waldorfschule – Gedenken an die Roma-Familie Wagner: Sonia Maria, Siegfried, Anita und Paul
38. Fürstengraben 6 – 11. Klasse der UniverSaale – Musikalisch-künstlerisches Projekt
39. Enver-Simsek-Platz – Winzerlaer Trio – Klezmer und Folk